Leihst du mir deinen Blick ?

von Valérie Zenatti

Themen

Terror, Frieden, Wissensdurst, Brieffreundschaft, Hass, Rassismus


Kurzbeschreibung

Die 17-jährige Tal lebt im jüdischen Teil Jerusalems. Selbstmordanschläge gehören in dieser Stadt zum traurigen Alltag. Und doch ist Tal zutiefst erschüttert, als eine Bombe in einem Café ganz in der Nähe ihres Hauses explodiert. Sie stellt sich die Frage, weshalb der Hass zwischen Israel und Palästina kein Ende findet. Schließlich schreibt sie einen langen Brief, über sich, ihre Hoffnungen und Träume – und steckt ihn in eine Flasche. Ihr Bruder, der im Gazastreifen stationiert ist, wirft die Flasche für sie dort ins Meer. Nach langem Warten bekommt sie eine E-Mail: vom zwanzigjährigen Gazaman, der im Gazastreifen lebt.

Angaben zum Buch:

Titel: Leihst du mir deinen Blick?
Autor: Valérie Zenatti
Übers.: Bernadette Ott
Verlag: Dresssler 2005 / dtv 2008
ISBN: 978-3423782234

Kommentar:

„Leihst du mir deinen Blick?“, schon dieser Titel verrät das Geheimnis der Freundschaft, die nur wegen des Perspektivwechsels auf die Terrorgeschehen zwischen Israel und den Menschen im Gazastreifen möglich ist, – ein Geniestreich von Valérie Zenatti, die hier von Gefühlen und Gedanken derer erzählt, die Opfer einer unendlich verstrickten Feindschaft sind. Die Hoffnung auf Versöhnung zwischen den Menschen, die unter dieser Geißel leben müssen, ist der Grund, warum das jüdische Mädchen Tal den Mut hat, mit einer Flaschenpost eine Brieffreundschaft zu initiieren. Sie ist überzeugt davon, dass Frieden nur möglich ist, wenn man sein Gegenüber kennt und den Fremden zum Vertrauten gewinnt. Dieser Prozess ist mühsam, aber Tal gibt nicht auf, und schließlich wird aus „Gazaman“, dem zunächst aggressiv misstrauischen Briefpartner, ein liebevoller, zugewandter „Naim“, also ein Friedenliebender. Was für eine Idee! Dieses Buch könnte viele junge, aber auch erwachsene Menschen umdenken lassen. Aus Vorurteil wird empathische Anteilnahme am Gegenüber. Man versteht Brief für Brief, warum Angst und Verzweiflung zu Taten führt, die eigentlich niemand will. Tal und Naim werden Freunde, weil sie sich kennenlernen mit Offenlegung all ihrer Emotionen, Verstörungen, Sehnsüchte. Und auch wenn ihre Freundschaft keine alltägliche Realität wird, kann sie doch ein Grundstein für Friedenspolitik werden. Deshalb sollten viele Jugendliche dieses Buch lesen.

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