Eine Insel im Meer
von Annika Thor
Themen
Haustiere – Freundschaft – Gewöhnung – Zuhause – Einfühlungsvermögen – Freundschaft
Inhalt:
Wien, 1939: Die zwölfjährige Steffi und ihre kleine Schwester Nelli werden von ihren Eltern aus dem bürgerlichen Alltag in Wien auf eine kleine schwedische Schäreninsel geschickt, um dem Terror der Nazis zu entfliehen. Für ein halbes Jahr, dann wollen sie sich alle in Amsterdam wiedersehen. Doch Schweden ist kalt und so anders als Wien. Während Nelli schnell Anschluss findet, fühlt Steffi sich allein. Sie hat Heimweh, sehnt sich nach dem alten Leben, die Sprache ist ihr fremd, ebenso wie die distanzierte Pflegemutter. Jeden Tag wartet sie auf Nachrichten von ihren Eltern – aber der Krieg wirft immer dunklere Schatten. Wird sie jemals nach Hause zurückkehren können? Oder ist diese Insel im Meer das Einzige, was ihnen bleibt?
Angaben zum Buch:
Titel: Eine Insel im Meer
Autorin: Annika Thor
Illustratorin: Sabile Wilharm
Übersetzung: Angelika Kutsch
Verlag: Insel (2025) (Schweden 1996)
ISBN: 978-3-458-64541-2
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Kommentar:
Steffi ist kein nettes Kind, und auch Dankbarkeit ist ihr fremd. Wieso soll sie auch dankbar sein? Die Pflegemutter, der sie nach ihrer Rettungsaktion vor den Nazis, fort aus ihrem schönen Zuhause in Wien, nun in Schweden zugeteilt wurde, ist auch nicht nett. Die kleine Schwester Nelli hat da viel mehr Glück. Sie wird in einer Familie mit Kindern untergebracht; und deren Pflegemutter bemüht sich um das neue Kind wie eine echte Mutter. Nelli lernt die neue Sprache im Handumdrehen, sie will sich wohl fühlen und Freunde finden. Steffi aber verweigert sich in jeder Hinsicht und gleitet immer tiefer, von einem Missverständnis zum anderen ins große Unglücklichsein. Sie will nur wieder ihr altes Leben, ihre richtigen Eltern. Aber die weltpolitische Lage ist gnadenlos. Die Nazis verweigern den Eltern die Ausreise Richtung Amerika, wo sie ihre Kinder wieder zu sich holen wollten. Und so wird aus einem geplanten halben Jahr „Ferien“ in Schweden eine Zukunft ohne Hoffnung. Steffi verzweifelt immer mehr. Doch so darf ein Kinderbuch nicht enden: Das Schicksal wendet sich, zumindest für Steffi. Auch für sie gibt es endlich Menschen, die ihre Einsamkeit beenden und eine Perspektive bieten, und wir LeserInnen dieses traurig-schönen Buches dürfen uns auf die Fortsetzungen der ersten Reise-Etappe Steffis freuen.
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