Der letzte Bär

von Hannah Gold

Themen:

Abenteuer  –  Freundschaft  –  Klimawandel  –  Engagement  –  Naturschutz  –  Tierschutz  –  Spannung  –  Mut

Inhalt:

Auf der Bäreninsel gibt es keine Eisbären mehr. Zumindest erzählt Aprils Vater ihr das, als seine wissenschaftlichen Forschungen sie für sechs Monate zu diesem abgelegenen arktischen Außenposten führen. Doch in einer endlosen Sommernacht begegnet April einem Eisbären. Er ist fast verhungert, einsam und weit von zu Hause entfernt. Fest entschlossen, ihn zu retten, beginnt April die wichtigste Reise ihres Lebens …

Angaben zum Buch:

Titel: Der letzte Bär
Autorin: Hannah Gold
Illustrationen: Levi Pinfold Übersetzung: Sylke Hachmeister

Verlag: Von Hacht
ISBN: 978-3-96826-014-3
Verlagsseite zum Buch ➚

Kommentar:

DER LETZTE BÄR:

Die Natur retten – ist das möglich? – Spannender Abenteuer-, Verantwortungs-, Liebesroman für junge Menschen:

Es macht keinen Sinn, die Augen vor der Wirklichkeit zu verschließen, denn nicht nur die Hoffnung stirbt zuletzt, es wächst auch die Bereitschaft, zu helfen und zu retten, wenn man gebraucht wird, wach und bereit zu sein, um zu tun, was notwendig ist. Kinder jedenfalls sind sofort zur Stelle, wenn sie begreifen, dass sie gefragt sind. So auch das Mädchen April, das auf einen letzten einsamen, verletzten Eisbären trifft. Und damit beginnt das Abenteuer:

Der Vater ist leidenschaftlicher Forscher, und seine Tochter hat für ein halbes Forschungsjahr, das sie mit ihm allein auf einer kleinen Insel im Nordmeer verbringt, alle Zeit der Welt, ihr Abenteuer zu leben und diese Wildnis zu entdecken. Ein Eisbär ist dabei jedoch nicht eingeplant. Eigentlich soll es schon seit vielen Jahren keine großen Tiere mehr auf der Insel geben, die doch abgeschnitten ist vom Festland Spitzbergen. Die Erwärmung des Wassers hatte die Eisdecke schmelzen lassen, die als Brücke für die Tiere notwendig war. Doch ein letzter Bär hat dabei auf der Insel einsam überlebt und ist jetzt  am Verhungern, denn eine Pfote hat sich in einem Meeresmüll-Plastiknetz verfangen und ist entzündet. Verletzt und krank kann er nicht mehr jagen, und in dieser Hilflosigkeit trifft er auf das Mädchen. Aber, die beiden haben Glück bei dieser Begegnung, denn April hat keine Angst. Es sind Mitleid und Sorge um das faszinierende Riesentier, die sie überlegen lässt, was zu tun ist. Und sie ist ein kluges Kind: Der Bär braucht erstmal Futter, und dann braucht er eine Freundin, und danach braucht er wieder sein Zuhause. Er muss also zu seinen Artgenossen zurückgebracht werden. Atemlos erleben die Leser mit, wenn sie realisieren, was dieses Mädchen leisten soll. Und das alles gegen die Vernunft der Erwachsenen, die das Raubtier nicht zur Kenntnis nehmen wollen, weil nicht sein kann, was laut Wissenschaft nicht sein kann. Als sie aber nicht mehr verleugnen können, wollen sie das für sie gefährliche Tier am liebsten töten. Doch diese Rechnung geht bei der Entschlossenheit Aprils nicht auf.

Dieses Buch ist eine großartige Liebesgeschichte. April weiß genau, was sie sich für sich selbst wünscht. Und mit diesem Willen zu Freiheit und Eigenständigkeit entwickelt sie die nötige Empathie und Kraft, um das herrliche Geschöpf Eisbär, das zu einem allerbesten Freund für sie wird, zu retten.

Hannah Gold verrät im Nachwort, dass es sich mit dieser wunderschönen Erzählung um ein Märchen handelt. Wilde und gar hungernde Eisbären werden vermutlich kaum einen kleinen Menschen wie April verschonen. Aber trotzdem ist die Geschichte wahr. Denn nur wenn wir Menschen die Natur retten, sind wir selber gerettet. Dieses Buch mit seiner symbolischen Botschaft verführt Kinder zu dieser Weisheit.

Hier für Leanders Lieblinge vorgestellt und empfohlen von Gabriele Hoffmann, LeseLeben e.V. – Über  www.leseleben.de  findet ihr viele weitere Buchempfehlungen (mit Kurzvideos) und Seminar-Angebote.

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