Der Regenbogenfisch. Das Riesenbuch
von Marcus Pfister
Themen
Teilen – Freundschaft – Verantwortung – Gemeinschaft – Einfühlungsvermögen – Gerechtigkeit – Egoismus – Alleinsein – Armut
Kurzbeschreibung:
Der Regenbogenfisch ist mit seinem schillernden Schuppenkleid der allerschönste Fisch im ganzen Ozean. Da er aber auch eitel und stolz ist, wird er mit der Zeit immer einsamer. Da merkt er, dass man Freunde nicht durch Schönheit gewinnen kann. Er überwindet seinen Stolz und beginnt, seine Glitzerschuppen an die anderen Fische zu verteilen.
Angaben zum Buch:
Titel: Der REGENBOGEN-FISCH. Das Riesenbuch
Autor und Illustrator: Marcus Pfister
Format: Pappbilderbuch, 45,5 × 34,2 cm 32 Seiten (2025)
Verlag: Nord-Süd
ISBN: 978-3-314-10421-3
Alter: ab 3 Jahren
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Kommentar:
Die Unvereinbarkeit von Reichtum und Armut ist ein riesiges Problem, und deshalb ist das Riesenformat für dieses Bilderbuch zum Thema genau richtig. Und dann sind da auch noch sonnenhelle Illustrationen, die diese Geschichte erzählen.
Manchen Eltern denken aber noch immer, solcher Kitsch sei nicht geeignet als sinnvolles Kinderbuch. Aber was ist eigentlich Kitsch? Vermutlich gibt es tausend Definitionen dazu, hier aber soll eine Erklärung gelten: Kitsch ist immer eine verlogene Darstellung eines Problems. Wenn jemand hungern muss und sich kein Essen leisten kann, dann wäre eine himmelblaue hübsche Kleidung dieser Person eine Lüge. In diesem Bilderbuch jedoch geht es darum, dass ein Fisch geschmückt ist mit lauter Glitzerschuppen. Er allein besitzt diesen Schatz und denkt nicht daran, ihn mit anderen Fischen zu teilen. Diese Situation kennen schon kleine Kinder: die einen haben ein überquellendes Spielzimmer, waren schon auf den Malediven, andere dagegen haben noch nicht einmal ein eigenes Zimmer, und die Ferien verbringen sie auf dem kargen Bolzplatz vor der Hochhaussiedlung. Wenn nun eines dieser Kinder ein anderes darum bittet, seine Besitztümer zu teilen, dann sind wir mitten in der Geschichte vom Regenbogenfisch.
Marcus Pfister hat nun eine freundliche Form gewählt, die Verteilungsungerechtigkeit verständlich darzustellen. Kinder lieben diese Bilder, und sie leiden mit denen, die keine Glitzerschuppen haben, und sie leiden auch mit dem reichen Großkotz, der erst erfahren muss, wie einsam und unglücklich er eigentlich ist.
Wäre diese Konstellation in grauen Bildern der realen Situation angemessen aufs Papier gebracht, dann würde kaum jemand dieses Buch kleinen Kindern anbieten. Vermutlich wäre es sofort nach Erscheinen auch wieder vom Markt verschwunden. Der Regenbogenfisch aber erfreut sich seit Jahrzehnten großer Beliebtheit. Alle Kinder wollen mit ihm die Glitzerschuppen an alle anderen Fische verteilen, denn nur so können sie gleichberechtigt miteinander spielen, und nur so wird der arme reiche Fisch aus seiner Einsamkeit erlöst. Warum nur vergessen so viele Menschen im Laufe ihrer Entwicklung, was für alle gut ist? Diese Frage muss dieses kluge Bilderbuch nicht beantworten. Doch wer seine Geschichte und ihr glückliches Ende kennen gelernt hat und als erwachsen Handelnder sich daran erinnert, der kann darüber nachdenken und die richtigen Konsequenzen ziehen.
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